Work and Travel in Afrika

Work and Travel in Afrika

Work and Travel bedeutet im Wortsinn Reisen und die Kosten durch Gelegenheitsjobs unterwegs zu (teil-)finanzieren. Deswegen sind die klassischen Ziele für Work and Travel die Länder, in denen Arbeit verhältnismäßig gut bezahlt ist, genügend offene Stellen zu finden sind und vor allem eine Arbeitserlaubnis nicht extra nötig oder unkompliziert zu bekommen ist. Afrika erfüllt keines dieser Kriterien. Abgesehen von sehr wenigen Ausnahmen sind die Jobs rar und schlecht bezahlt, weshalb man das Geld für eine Afrikareise am besten im wirtschaftsstarken Europa anspart. Dennoch bietet Afrika zahlreiche Möglichkeiten, um Arbeitserfahrung zu sammeln. Wenn auch die Stellen unbezahlt sind, erwirbt man doch Kenntnisse und Fähigkeiten. Vor allem aber ist ein Aufenthalt in Afrika im Rahmen von Freiwilligenarbeit ein prägendes Erlebnis für die Persönlichkeit. Man lernt, Dinge anders zu sehen, Menschen anders zu schätzen, Geld niedriger zu bewerten. Man lernt sich selbst besser kennen. Und vor allem hat man das gute Gefühl, einen sinnvollen Beitrag zu einer guten Sache geleistet zu haben. Dass sich ein Afrika-Aufenthalt für Freiwilligenarbeit auch im Lebenslauf gut macht, da man dadurch Durchhaltevermögen und soziale Fähigkeiten beweist, ist am Ende nur noch ein netter Nebeneffekt. Denn diese Zeit wird eine der prägendsten deines Lebens – und nicht selten kommen Freiwilligenhelfer zurück und das schöne Erlebnis ein weiteres Mal.

Freiwilligenarbeit – Was muss man sich genau vorstellen

Freiwilligenarbeit findet grob eingeteilt im humanitären Bereich und im Naturschutz statt. Wer gerne mit Menschen zu tun hat, findet in Kinderheimen, Hilfsprojekten für Dorfstrukturen, Schulen oder Ähnlichem erfüllende Tätigkeiten. Vor Antritt des Aufenthalts muss man sich darüber im Klaren sein, dass diese Arbeit kein Vergleich zu einem Job in deutschen Kindergärten ist. Vor allem Mädchen und junge Frauen fühlen sich im sozialen Bereich wohl und wollen sich in diesen Hilfsprojekten einbringen. Eine kleine Bestandsaufnahme vor der Entscheidungsfällung kann helfen, das Bevorstehende realistischer einzuschätzen: Man wird Armut, Mangelernährung oder Aids konfrontiert, nicht selten auch mit Fällen häuslicher Gewalt oder Alkoholismus. Ein erster Schock wird nicht ausbleiben und die Erkenntnis, dass man nicht alle Probleme lösen können wird, ist schmerzlich und am Anfang desillusionierend. In einem zweiten Schritt aber wird man erkennen, wie mit kleinen Gesten viel Gutes getan werden kann und wie durch ein Projekt ein paar Menschen das Leben etwas leichter gestaltet wird. Belohnt wird man durch Herzlichkeit und Dankbarkeit sowie durch viele wichtige Lektionen für das eigene Leben. Teilnehmer berichten tief beeindruckt von ihrer Zeit und viele kommen für weitere Projekte zurück.

Ein weiterer Bereich der Freiwilligenarbeit im Natur- und Artenschutz. Man lebt und arbeitet denn etwa in Nationalparks oder Naturreservaten und kümmert sich um vom Aussterben bedrohte Arten. Die Arbeit in diesem Bereich ist hauptsächlich körperlich, man wird täglich gefordert. Genächtigt wird im besten Fall in einfachen Hütten, oft auch in Zelten außerhalb von bewohnten Orten und nicht selten auch unter freiem Himmel. Angst vor Insekten oder Schlangen kann man hier nicht gebrauchen, ebenso ein übertriebenes Reinheits- und Hygienebedürfnis. Teilnehmer an diesen Projekten sollten also unkompliziert sein und eine grundsätzliche körperliche Fitness mitbringen. Da die Arbeit in Afrika unter extremen Bedingungen stattfindet, sollte man auch gegen Hitze resistent sein und natürlich auch nicht allzu sonnenempfindlich. Teilnehmer am Programm berichten, wie erfüllend es ist, sich körperlich zu betätigen und am Ende des Projektes zu sehen, was man geschaffen hat. Gerade als Ausgleich zum Schul- oder Studienalltag ist so ein Einsatz eine echte Bereicherung. Man beschränkt sich auf die nötigsten Bedürfnisse und bringt sich sinnvoll ein.

Organisation und Ablauf

Freiwilligenarbeit macht nur Sinn, wenn man sich in bereits laufende Projekte einbringt. Auf gut Glück nach Afrika zu reisen und zu sehen, ob man wo mithelfen kann, führt in den seltensten Fällen zum Ziel, da die Einsätze der Helfer zeitlich und mengenmäßig koordiniert werden können. Freiwilligenarbeit wird also immer über Organisationen vermittelt. Entsprechend gibt es auch ein paar Einschränkungen, die zu beachten sind. Man muss sich an An- und Abreisezeiten orientieren und kann sich meist auch den genauen Standort nicht aussehen, sondern muss sehen, was angeboten wird. Viele Organisationen bieten auch an, einen vorgeschalteten Sprachkurs zu vermitteln. Das kann Sinn machen, wenn die Sprachkenntnisse noch unzureichend sind, denn die Teilnehmer am Projekt kommen aus aller Welt und die Arbeitssprache ist Englisch. Zudem ist die Sprachschule eine gute Gelegenheit, um sich an Klima und Kultur anzupassen, bevor man in das Projekt startet. Insgesamt macht ein Zeitraum von mehreren Wochen bis Monaten Sinn.

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